Über Sexualität sprechen zu können ist gar nicht so einfach.

Kinder haben Fragen

  • zu ihrem Körper,
  • zum Körper von anderen. Sie wollen wissen,
  • woher sie generell kommen,
  • wie sie in den Bauch ihrer Mutter hinein
  • und auch wieder herausgekommen sind.

Im Grunde versuchen sie einfach zu verstehen, wie die Welt funktioniert.

Manchen Eltern und Bezugspersonen gelingt das Antworten ganz wunderbar und wie von selbst. Anderen von uns verschlägt es bei solchen Fragen zunächst mal die Sprache. „Ufff, damit hab ich jetzt nicht gerechnet.“

Viele von uns haben in ihrer Sexualität nicht nur Schönes erlebt oder hatten wenig Gelegenheit, sich mit anderen über solche Themen auszutauschen. Oft haben auch unsere eigenen Eltern kaum mit uns über diese Themen gesprochen und wir mussten uns die Informationen über andere Kanäle zusammensuchen. Manchmal waren diese Informationen hilfreich, manchmal auch nicht.

Wenn Jugendliche heranwachsen, bedeutet das auch, dass sie nicht mehr auf so unbefangene Weise Fragen stellen wie als Kinder. Sie haben wahrscheinlich bereits gelernt, dass es eine gewisse gesellschaftliche Scham in Bezug auf das Thema gibt. Gleichzeitig entwicklen sie in der Pubertät eine persönliche Betroffenheit und nehmen ihren Körper anders wahr. Das heißt, sie merken, dass sie dieses Thema selbst betrifft und haben deshalb oft Vorbehalte, Bezugspersonen zu fragen.

Es ist Teil einer gesunden Entwicklung, wenn Heranwachsende beginnen, intimste Fragen nicht mehr mit den Eltern zu besprechen. Das Thema Sexualität ist ein wichtiger Faktor im langsamen Ablösungsprozess zwischen Eltern und Kindern.“
(Bundesministerium für Familien und Jugend 2014, S. 4).

Gerade im Jugendalter entwickelt sich nun ein ganz natürliches Bedürfnis nach Informationen zu erster Verliebtheit, körperlichen Veränderungen sowie Vorgängen und erotischen Gefühlen.

Reale Personen (im Unterschied zu Informationen aus dem Internet), die konkret und unaufgeregt aufklären, sind in diesem Alter der beste Schutz vor Fehlinformationen. Wenn Eltern ihre Kinder von klein an aufklären und immer wieder auf ihre konkreten Fragen eingehen, unterstützen sie ihre Kinder ideal bei der Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls und beugen einem Gefühl der Verunsicherung im Jugendalter vor.

Das Internet bietet jedoch anonym und leicht zugänglich all jene Informationen, die in Gesprächen vermieden oder ausgespart werden. Hier informieren sich Jugendliche über das „…und wie geht das jetzt genau??“ und werden dabei mit Inhalten konfrontiert, die den (Leistungs-)Druck und dem Druck Idealen zu entsprechen oft erhöhen (Stichwort Porno).

Auch der Freundeskreis wird häufig als Aufklärungsquelle genutzt und hier bestätigen sich diese oft falschen und sehr einseitigen Informationen aus dem Internet noch leichter. Dadurch wird ein Bild von erwachsener Sexualität, aber vor allem auch von medial überzeichneter „Sensations-Sexualität“ verfestigt, welches Jugendliche mit Unsicherheiten, Ängsten und großem Druck zurücklässt.

Was macht nun Sexuelle Bildung?

Der Begriff der Sexuellen Bildung geht weg von der Vorstellung, dass es so etwas wie DAS „Aufklärungsgespräch“ gäbe, mit dem all das Wissen rund ums Thema dann abgehakt wäre. Stattdessen wird Sexualität als etwas gesehen, das sich ein Leben lang entwickelt und verändert. Ein Thema, bei dem Menschen ein Leben lang dazulernen.

Sexuelle Bildung beinhaltet z.B. auch

Genau darüber reden wir auch in unseren Workshops mit Jugendlichen und Erwachsenen. Dies sind nämlich auch die Themen, die täglich an uns herangetragen werden. Ob es sich nun um die Frage handelt, wie groß denn ein Penis wirklich sein muss, ob das erste Mal Sex wirklich weh tut, wie denn die rechtliche Lage mit den Nacktfotos aussieht oder schlichtweg die Unsicherheit darüber, ob der eigene Körper „normal“ ist.
Dazwischen werden uns ebenfalls allerhand persönliche Fragen gestellt, die bei Eltern meistens ausgespart bleiben. Die Teilnahme an unseren Workshops ist immer freiwillig und die Jugendlichen entscheiden selbst welche Themen für sie relevant und interessant sind.

Wer sich als Elternteil gut auf Fragen aller Art vorbereiten und mehr über die digitale Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen heute erfahren möchte, dem*r empfehlen wir folgende Links:

Aufklärungsbücher:

Liebens- und Lesenswertes…